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Schützengau Passau Stadt und Land zieht 2 Jahres Bilanz

19. Mai 2022

Standing Ovation für scheidenden Sportleiter Hajo Ramisch – Jugendförderung im Fokus

Passau/Jacking. Aufgrund der brisanten Corona Situation im vergangenen Jahr wurde die Jahreshauptversammlung für 2021 ausgesetzt und nun bei entspannterer Lage nachgeholt. Nach Begrüßung der Ehrengäste und Vereinsvertreter gedachte man traditionell der verstorbenen Schützinnen und Schützen der vergangenen beiden Jahre, man werde ihnen stets ein ehrendes Gedenken erhalten.

Gauschützenmeister René Wiedenbein begann seinen Bericht und bedauerte, dass in 2021 der Schießsport kaum ausgeübt werden konnte. Positiv waren aber die Erhöhung der Vereinspauschalen in 2020 und 2021, denn dadurch konnten die Vereine ihre fixen Kosten decken. Zwischen den einzelnen Lockdowns, Schließungen und Quarantänezeiten waren aber dennoch Wettkämpfe möglich an denen sich die Sportschützen gerne beteiligten. Bedauerlich aber war, dass es keine großen Events wie die Maidult mit Festumzug, das Gaukönigschießen auf der Herbstdult und ähnliches gegeben habe. Man sei aber zuversichtlich. Wiedenbein begrüßte die neuen Schützenmeister, die neu in dieses wichtige Amt gewählt wurden, wünscht eine glückliche Hand bei der Vereinsführung und hofft, dass dem Nachwuchs der höchste Stellenwert eingeräumt werde und sich Sport, Gesellschaft und Tradition zu einer harmonischen Einheit verbinden lasse.

Derzeit gehören dem Schützengau Passau Stadt und Land 41 Vereine mit 3206 Erst- und Zweitmitgliedern an. Wiedenbein fordert erneut die Vorstände der Vereine auf das ZMI (Zentrale Mitgliederverwaltung) zu pflegen. Es erleichtere allen die Arbeit und man sei immer auf dem neuesten Stand.

Bedauernswert sei, dass sich einige Referenten nicht mehr für ihr Amt begeistern können und man sei nun auf der Suche nach einer Gaudamenleiterin und einen Referenten für Pistole, da Renate und Alexander Klug für dieses Amt nicht mehr zur Verfügung stehen werden.

Verständlich aber ist die Entscheidung des Sportleiters Hans-Joachim Ramisch, der sich nach über 20 Jahren als Gausportleiter aus diesem arbeitsaufwendigen Amt zurückziehen werde. Er werde sicher schmerzlich vermisst. Aber mit Marco Wolf, dem bisherigen 2. Gausportleiter, der die Geschäfte bis zur Wahl 2023 kommissarisch übernimmt, habe man einen äußerst kompetenten und engagierten Nachfolger gefunden.

Mit dem beherzten Appell „Bleibt am Puls der Zeit, in Bewegung und am Ball, macht euch für unsere Sache stark, fördert Ideen, eure Vereine, eure Mitglieder und vor allem die Jugend“, beendet Wiedenbein seinen Rückblick.

Gausportleiter Hans-Joachim Ramisch referiert als „Noch“-amtierender Sportleiter über die sportlichen Ereignisse der letzten Monate. 2021 konnte Corona bedingt keine Gaumeisterschaft stattfinden. In 2022 wurde planmäßig begonnen und man passte sich den sich laufend ändernden Regeln wie 3 G, 2 G, 2 G+ auch an, was mit Unterbrechungen und Verschiebungen verbunden war. Für die angebotenen 39 Disziplinen haben sich allerdings nur 387 Teilnehmer gemeldet. 2019 waren es noch 615 Schützinnen und Schützen. Es nahmen nur mehr 19 Vereine daran teil, wobei mit 181 Teilnehmern die FSG Passau Spitzenreiter war, weit dahinter rangieren Ruderting mit 35, DSN mit 24 und der SV Denkhof mit 22 Starts. Ramisch bedankte sich für das entgegengebrachte Vertrauen und unter lang anhalten Standing Ovation verließ er sichtlich gerührt das Rednerpult.

Hans-Joachim Ramisch übergibt das Zepter an Marco Wolf V.l.n.r.: René Wiedenbein, Hajo Ramisch, Marco Wolf

Der Kassenbericht von Schatzmeister Stefan Lichtenauer viel kurz aber äußerst positiv aus. So blieben die Einnahmen durch Mitgliederbeiträge in den vergangenen beiden Jahren gleich, jedoch die Ausgaben minimierten sich aufgrund fehlender Aktivitäten und Meisterschaften. Der eiserne Sparkurs konnte fortgesetzt werden. Einsparungen von fast 350€ konnten allein durch die Digitalisierung der Buchhaltung erfolgen. Der Schützengau Passau Stadt und Land stehe finanziell auf soliden Beinen und werde vor allem die Jugendarbeit unterstützen und fördern.

Es folgten die Berichte der Referenten, beginnend mit Benjamin Resch, der von den Schwierigkeiten der letzten beiden Saisons referierte. Die 1. Corona-Saison 2020/21 wurde zwar regulär geplant, jedoch musste diese bereits nach 2 bzw. 3 Wettkämpfen abgesagt werden, da sich der ursprüngliche Lockdown light doch länger hinzog. Im Schnitt wurden lediglich 2 Mannschaften weniger gemeldet. Es fand kein Auf- und Abstieg statt und die unteren Klassen wurden aufgefüllt. Die 2. Corona-Saison 2021/22 wurde ebenfalls planmäßig gestartet, allerdings waren es bereits bei Beginn 11 Mannschaften weniger in den verschiedenen Klassen. Bereits zur Mitte der Vorrunde befürchtete man, dass diese Saison wieder scheitern werde, startete eine Abfrage bei den Vereinen und entschied sich für keinen Abbruch sondern für eine Terminverlängerung für die einzelnen Wettkämpfe, da sich über 80 % der befragten Mannschaften für eine Fortführung entschieden.

Auch der Bericht von Jugendleiter Florian Himmelsbach fiel Corona bedingt eher kurz aus. So wurden 2021 die meisten Präsenzveranstaltungen abgesagt. Der Bezirksjugendtag wurde digital durchgeführt. Der Schützengau stellte beim Bernd Sibler Pokal eine Gaumannschaft mit Viktoria Wiedenbein (SV Denkhof), Julia Umseher (Neukirchen) und Michael Weinzierl (Mahd), die sich den 3. Platz erkämpften. Der Gaujugendtag musste abgesagt werden, jedoch konnte man viele Jungschützen bei einer kleinen Ersatzveranstaltung im Kletterwald Waldkirchen begrüßen. Der 2020 neu ins Leben gerufene „Gau-Cup“ wurde ausgewertet, die Bekanntgabe der Sieger erfolge beim diesjährigen Gaujugendtag. Bedauerlich sei, dass der Jugendanteil bei den Vereinen nur bei 18,8 % liege. Umso lobenswerter sei aber, dass bei einigen wenigen Vereinen dieser Anteil so sei, wie er sein sollte, denn beim Spitzenreiter SV Mahd, beträgt der Jugendanteil stolze 41 %, gefolgt von den Braunschützen Straßkirchen mit 35% und dem SV Denkhof mit 34%. Deshalb appelliert er an die Vereine die Jugendarbeit zu fördern und in den Mittelpunkt zu stellen.

Renate Klug berichtete noch über die erfolgreiche Teilnahme am Lieslschießen 2021, bei dem der Gau Passau den 3. Platz in der Gesamtwertung erreichte und über den geplanten Gaudamenvergleich Wolfstein-Unterer Wald-Passau, den sie noch bis zum Ende begleiten wolle.

Bogenreferentin Christine Schäfer kann nur positives über die Bogenabteilung des 1. FC Passau berichten. Da die meisten Trainings im Freien stattfinden konnten, durfte man diese unter Einhaltung der jeweils gültigen Regeln auch während der Schließungen fortführen. Man könne bei ihr im Verein verschiedene Disziplinen (18 m Halle, Fita 720 im Freien, Compound und Blankbogen) trainieren. Sie seien auf die Erfolge bei der Bayerischen mit 3 x Gold, 1 x Silber und bei der Deutschen Meisterschaft mit 2 x Gold und 2 x Silber sehr stolz, so Schäfer weiter. Der Verein veranstaltete ein Benefizturnier und der Erlös von 1290€ wurde an das St. Ursula Hospiz in Niederalteich gespendet. Man sehe einer erfolgreichen Saison entgegen und würde sich sehr über den einen oder anderen neuen Bogenverein im Schützengau Passau Stadt und Land freuen.

Wie überall sonst, war es auch um die Böllerschützen ungewöhnlich ruhig, beginnt Erich Schreiner seine Ausführungen. Der lautstarke Start ins neue Jahr konnte nun bereits zum zweiten Mal nicht auf dem Passauer Domplatz stattfinden und auch sonst gab es keine Gelegenheiten. 2020 fand im März noch ein Böllerlehrgang, kurz vor dem ersten Lockdown, mit 20 Teilnehmern statt und im September 2021 wurde ein Böllerbeschuss bei der FSG in Freyung organisiert. Schreiner wolle mit den Böllerschützen engen Kontakt halten und werde mit Hans Hehberger vom SV Mahd demnächst einen Böllerstammtisch ins Leben rufen. Er bot auch allen Interessierten Unterstützung für die Neugründung einer Böllergruppe an.

Stellvertretender Landrat Klaus Jeggle bringt seine Dankbarkeit für diese Präsenz Veranstaltung zum Ausdruck. Trotz aller Vorteile der digitalen Welt könne man den Schützensport nicht am PC ausleben. Bayern sei Heimatgefühl, die Menschen in Bayern fühlen sich eingebunden in eine Mischung aus Tradition und Moderne. Vor allem die Schützen seien Aushängeschild für uns alle und das dörfliche Leben werde von den Schützen massiv und nachhaltig geprägt und die Identität in einem Dorf gesichert. Er bringt seine Hochachtung für die Leistungen im Ehrenamt zum Ausdruck und stellt die Wichtigkeit heraus, auch meint er schmunzelnd man solle wieder Schwung aufnehmen und den besten Freund während der Pandemie, die Couch, ruhig mal alleine lassen.

Gerade in der heutigen von Unsicherheit geprägten Zeit sei es extrem wichtig sich der Jugend anzunehmen, ihnen Halt und Freude zu schenken und auch an gemeinsamen Zielen zu arbeiten.

Bürgermeister Andreas Rother freut sich, endlich auch einmal beim Schützengau Passau Stadt und Land zu Gast zu sein, sei er doch schon über 2 Jahre Bürgermeister der Stadt Passau und schließt sich seinem Vorredner an. Er bedauert die Einschnitte für alle, die die letzte Zeit mit sich brachte. Die Schützenvereine seien wichtig und gehören zu den ältesten Vereinen in Bayern, nicht umsonst ernannte man das Schützenwesen 2016 zum immateriellen Kulturerbe.

Anneliese Zehentbauer, 3. Bezirksschützenmeisterin freut sich, dass wieder Jahreshauptversammlungen abgehalten werden dürfen. Es wurde vieles geplant und genau so vieles abgesagt. Man habe aber auch viel gelernt, z. B., wie Videokonferenzen funktionieren, für schnelle Zusammenkünfte eine gute Lösung. Sie berichtet weiter, dass der niederbayerische Schützentag ein voller Erfolg, Hubert Aiwanger eine Bereicherung war, der voll hinter den Schützen stehe und beteuerte, dass von den Schützen mit ihren legalen Waffen keine Gefahr ausgehe.

Weiters bot Zehentbauer Hilfe bei allen anstehenden Problemen an, sei es beim Umbau auf elektronische Stände, bei der Gestaltung von Ferienprogrammen mit Lichtgewehren und forderte die Schützenvereine auf ihre Vereinsheime zu öffnen und die Jugend zu fördern. Alle relevanten Wettkämpfe sind zeitnah auf der Homepage des Bezirks zu finden.

Auch eine große Anzahl an Ehrungen stand auf der Tagesordnung. Für den langjährigen Einsatz um das Schützenwesen wurden folgende Auszeichnungen vergeben:

Gau Silber

Eva Maria Degenhart, Robert Freund, Josef Fußeder, Florian Himmelsbach, Tobias Kellner, Andreas Zintzsch

BSSB grün in Anerkennung

Martin Gründobler, Stefan Lichtenauer, Benjamin Resch, Christine Schäfer

Bezirk Bronze

Daniel Neiß, Josef Uhrmann, Steffen Weidekat

Bezirk Silber

Karl Grymer, Rudolf Mauder, Sebastian Schinkinger, Stefan Stadler, Christian Stemplinger, Siegfried Winklhofer

BSSB Kleine goldene Ehrennadel

Franz Peter

BSSB Ehrenzeichen in Silber für besondere Verdienste um das Böllerschießen

Max Josef Müller

BSSB Goldene Verdienstnadel

Reinhold Resch

Gau Gold

Herbert Blosl, Martin Mielke, Florian Stockbauer, Marco Wolf

Protektorabzeichen in silber von seiner königl. Hoheit Andreas Prinz von Sachsen-Coburg und Gotha – eine der höchsten Auszeichnungen im deutschen Schützenwesen

Hans-Joachim Ramisch für seine jahrzehntelange hervorragende Tätigkeit als Gausportleiter

Die Geehrten hinten v.l.n.r.: Gauschützenmeister René Wiedenbein, Martin Mielke, Eva Maria Degenhart, Dr. Sebastian Schinkinger, Christine Schäfer, Franz Peter, Tobias Kellner, Florian Himmelsbach, Rudolf Mauder, Christian Stemplinger Vorne v.l.n.r.: Bürgermeister Andreas Rother, 3. Bezirksschützenmeisterin Anneliese Zehentbauer, stellvertr. Landrat Klaus Jeggle, Stefan Lichtenauer, Benjamin Resch, Marco Wolf, Martin Gründobler

Am Schluss wurde noch die Auslosung der Paarungen für den Hutthurmer Pokal (GG, GP, GA) vorgenommen. Raphael und Dr. Sebastian Schinkinger berichteten dass es leider viel weniger Anmeldungen als in 2019 gab und daher könne gleich mit der Hauptrunde begonnen werden. Die Termine bleiben bis auf wenige Ausnahmen wie gehabt, jedoch zum Ende werde etwas Luft bleiben.

Auslosung Goldenes Gewehr Raphael Schinkinger und 3. BSM Anneliese Zehentbauer

Als „Losfee“ fungierte Anneliese Zehentbauer. Die Paarungen waren sofort online (www.gggp.de) einsehbar und man wünsche den Mannschaften „Gut Schuss“. Das große und kleine Finale für Luftgewehr, Luftpistole und Luftgewehr Auflage findet traditionsgemäß bei den Dettenbachschützen in Neukirchen statt. Die Beleuchtung der Stände wurde nochmals überprüft und man erfülle alle geforderten Richtlinien. Da die Scheiben bei diesem Stand nicht separat beleuchtet werden, kann es durchaus sein, dass manche Schützen dies als ungewohnt empfinden klärt Schützenmeister Sebastian Schinkinger auf.

Helga Wiedenbein

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