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Kgl. priv. FSG Passau

16. März 2019

Böllergruppe der königlich priv. Feuerschützengesellschaft von 1379 Passau



Ganz früher wurde in Passau zu festlichen Anlässen mit Musketen beschossen. So zum Beispiel im Jahr 1662 als die Feuerschützen, nach dem Stadtbrand an Fronleichnam. mit ihren Musketen beim bischöflichen Segen, Salut geschossen haben und danach angeblich durch den Schall die Reste des Domes zusammengebrochen sind. Bereits im 19. Jahrhundert tauchten die ersten Belege über das „bellern“ auf und 1881 stand es auch in der Zeitung.

Der Grundstein zur Gründung einer Böllergruppe bei den kgl. priv. Feuerschützen v. 1379 Passau wurde im Jahr 1982 gelegt. Siegfried Schneider bekam einen Bauplan für einen Handböller in die Hand und fing sofort Feuer und Flamme. Nur mit allein diesem Plan war es nicht getan. Doch unser Mitglied Hermann Neulinger, ein „Metallfuchs“, war sofort begeistert machte sich ans Werk den Plan in die Tat umzusetzen. Bei Begutachtung des entstandenen Meisterwerkes, des ersten Passauer Böllers, war eine große Anzahl der Schützenbrüder und -schwestern begeistert und es wurde um Jahr 1984 die Böllergruppe gegründet. Die Wahl von Herbert Bauer zum Schussmeister erfolgte. 

Doch der Anfang war schwer. Die meisten hatten noch keinen „Pulverschein“, also die gesetzliche Erlaubnis zum Böllern. Genauso war er mit der übrigen Ausrüstung. Die Bekleidung wurde beschafft, Böller selbst gebaut bzw. erworben. Der notwendige Beschuss erfolgte durch das Beschussamt. Die „Böllerprüfung“ durch das Gewerbeaufsichtsamt München konnte in den Räumen und am Schießstand unserer Gesellschaft abgelegt werden.

Ein Problem war die gemeinsame Einkleidung, die alte Passauer Schützentracht war käuflich nicht zu erwerben und die Sonderanfertigung hätte viel Geld verschlungen. Man einigte sich auf schwarze Kniebundhose, braune Trachtenjacke, Trachtenhemd roh weiß, rotes Westerl, weiße Wadlstrümpfe, Haferlschuhe und einen braunen Hut mit Quaste. Die Stadt Passau unterstützte dieses traditionelle Unternehmen finanziell.

Doch noch eine Hürde galt es zu überwinden, die Erteilung der Schusserlaubnis. Zuständig war hierfür die Regierung von Niederbayern. Wir erhielten als erste und einzige Böllergruppe in Niederbayern die Schießerlaubnis für den ganzen Regierungsbezirk.

Die kgl. priv. Feuerschützengesellschaft Passau war die erste Schützengesellschaft in Niederbayern, welche die alte Tradition des Böllerschießens wiederbelebte.

Wir begannen mit dem Repräsentieren und der Traditionspflege

Bereits 1984 eilte unser Mitglied Reinhold Resch, er hatte bereits die Fachkundeprüfung abgelegt, dem Schützen- und Trachtenzug voraus und kündigte diesen mit Böllerschüssen an.

Beim Umzug zur Maidult zeigten wir erstmals das Können unserer Gruppe. Danach ging es Schlag auf Schlag bis zum heutigen Tag. Geburtstage, Hochzeiten und Vereinsveranstaltungen wurden umrahmt. Bereits 1986 begrüßten wir das Christkindl vom Rathaus Platz aus, mit dem Echo unserer am Oberhaus stehenden Schützen. Dieses Christkindlanschießen wurde bis zum heutigen Tag beibehalten und findet jeweils am 24.12. jeden Jahres um 14.00 Uhr am Römerplatz statt. Bei der Fronleichnamsprozession der Dompfarrei wird die Kanone der Stadt Passau bedient, dabei erfolgen beim Segen des Bischofs an den Altären, vom Oberhaus aus, je 3 Salutschüsse. Alle unsere Auftritte zu schildern würde den Rahmen dieser Vorstellung sprengen. 

Gerhard Hacker hat von Herbert Bauer das Schussmeisteramt übernommen und nunmehr hat Reinhold Resch dieses Amt inne.

Kontaktdaten: ReinholdRPassau@online.de oder 085144388

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